Das Heidentum hat seine Wurzeln in den alten, vorchristlichen Naturreligionen. Heiden verehren die Heiligkeit der Erde, ihrer Menschen und ihrer anderen Lebensformen. Das Heidentum ist eine kraftvolle und lebendige Religion, einige ihrer Hauptrichtungen sind u.a. Wicca, Druidentum, Asatru und Schamanismus. Überall in der Welt entscheiden sich jedes Jahr mehr und mehr Menschen für den heidnischen Pfad als ihren persönlichen spirituellen Weg.
Die Pagan Federation wurde 1971 in England gegründet als eine Organisation, die durch Verbreitung von Informationen die falschen Vorstellungen zu bekämpfen suchte, die die Menschen vom Heidentum hatten. Diese falschen Vorstellungen, die sich durch Intoleranz und negative Vorurteile gegenüber dem Heidentum äußern, waren zu jener Zeit noch viel weiter verbreitet als heute. Dazu war es aber nötig, ein Netzwerk von Gleichgesinnten zu schaffen, die gemeinsame Aufgaben übernahmen. So ergab sich die zweite Hauptaufgabe, Heiden miteinander in Verbindung zu bringen, sodass sie sich untereinander austauschen und als eine Einheit an die Öffentlichkeit gehen konnten.
Die beiden selbstgestellten Aufgaben der Pagan Federation sind also:
zum einen den Kontakt von Heiden untereinander zu ermöglichen - ob es sich nun um Einzelpersonen oder Gruppen handelt - und den Dialog zu fördern, sowohl zwischen den verschiedensten Richtungen des europäischen und außereuropäischen Heidentums als auch zwischen anderen heidnischen Organisationen weltweit;
zum anderen die Verbreitung und Weitergabe von praktischen und effektiven Informationen über das Heidentum an Mitglieder der Öffentlichkeit, die Medien, öffentliche Körperschaften und Verwaltungsdienststellen.
Diese beiden Funktionen der Pagan Federation sind auch bis heute die bedeutendsten geblieben, obgleich sich die Bedingungen seit damals verbessert haben. Es gibt aber immer noch Diskriminierungen, negative Vorurteile und Intoleranz dem Heidentum gegenüber. Vieles davon beruht auf Nicht-Wissen und/oder Missverständnissen. Deshalb ist Aufklärung weiter nötig. Es mag heutzutage nicht immer einfach sein, sich als Heide zu bekennen, damals aber war es zumeist schlichtweg unmöglich. Diese Veränderung in der Wahrnehmung von Seiten der Öffentlichkeit, an deren Verursachung die PF beteiligt war, ermöglicht uns heute eine offensivere und sichtbarere Präsentation des Heidentums in der Öffentlichkeit.
Zusammenarbeit mit Behörden, Ämtern, der Polizei und den Medien, wie z.B. Radio und Fernsehen, ja selbst spirituelle Betreuung in Krankenhäusern und Gefängnissen, das sind Dinge, die in Großbritannien, dem Geburtsland der Pagan Federation, schon teilweise zur Selbstverständlichkeit geworden sind, von denen wir - auch in Europa - allerdings immer noch weit entfernt sind.
Die Pagan Federation arbeitet für das verbriefte Recht aller Heiden, ihre Religion frei und ungehindert auszuüben, wie es in Artikel 18 der Erklärung der Menschenrechte steht.